Thomas Leißing: Eisenbahner-Kleingärten, Bezirk Wedau-Bissingheim /​ Klasse Im Raum 2020

Im Duisburger Süden gibt es über 300 Kleingärten der Bahn-Landwirtschaft im Bezirk Wedau-Bissingheim. 1936 gegrün­det nutzten Bedienstete der Eisenbahn diese Gärten zunächst überwie­gend zur Selbstversorgung, später zu Erholungszwecken und zur Freizeitgestaltung. Diese Gärten müssen nun nach Privatisierung der Bahn und Landveräußerung einem Neubauprojekt weichen. Kurz vor Baubeginn sind die Gärten zum Teil noch bewirt­schaf­tet, zum Teil bereits verlas­sen. Ich selbst habe viel Zeit meiner Kindheit und Jugend in diesen Gärten verbracht. Auffallend fand ich immer den Wunsch der Pächter ihr Land zu begren­zen, einher­ge­hend mit einer großen Zahl an Zäunen, Toren und Türen. Daneben wurde mehr oder weniger erfolg­reich versucht, Ordnung in die Natur zu bringen. Diese Ordnungen sind nachdem die Gärten verlas­sen worden sind zum Teil schon wieder dem natür­li­chen Wachstum von Pflanzen gewichen. Es entste­hen so inter­es­sante Spannungen zwischen geord­ne­ten menschen­ge­mach­ten Formen und organi­schem Wachstum. In einer Atmosphäre des Umbruchs erschei­nen zurück­ge­las­sene, lange genutzte Alltagsgegenstände wie beispiels­weise Kinderspielzeuge oder als Schmuck gedachte Figuren, die zum Teil von jeher schon fremd­ar­tig depla­ziert wirkten, nun noch auffäl­li­ger.