Benedikt Hofmann: On the vagueness of memory /​ Klasse Erinnerungen 2025

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Arbeiten der konzep­tu­el­len Fotoreihe On the vague­ness of memory bewegen sich im Raum der Visualisierung von Erinnerungsprozessen. Genauer, mit der ihnen innelie­gen­den Fehlerhaftigkeit, Unschärfe, Täuschung oder ihrem vollstän­di­gen Schwinden. Die hier gezeig­ten Fotografien bestehen aus Diptychen, zwei mitein­an­der kommu­ni­zie­ren­den Bildern. Teile der Arbeiten sind formal stark reduziert, fast typolo­gisch, an Dokumentationen von Artefakten erinnernd. Diese sind metapho­risch zu verste­hende Gegenstände mit einem symbo­li­schen Bezug zu Erinnerungen oder deren Fehlerhaftigkeit: Sei es der Dorn der Vergangenheit in der Fußsohle, das Zerren und Ziehen an der Kleidung, dessen Ursache im Dunkeln verbleibt oder der Vorhang, der als Bildelement für die Verdeckung oder die Verschleierung des Verborgenen steht. Der leere Diarahmen, der unles­bare Text eines Buches, die kaum mehr erkenn­ba­ren Erinnerungsbilder alter Familienalben, die gesam­mel­ten Briefe ohne Adresse, die Unschärfe von Erinnerungsbildern sind alles Elemente, die der Visualisierung dieser fehler­haf­ten Erinnerungsprozesse dienen. Diese stehen in Bezug zu Bildern von sich berüh­ren­den oder gerade nicht berüh­ren­den Körpern und verwei­sen auf die Dynamik der Erinnerungsprozesse in unserer inter­per­so­nel­len Interaktion. Sie laden zu Assoziationen und betrach­ter­ab­hän­gi­gen Gedanken ein. Es ist ihre Intention anhand dieser Bilder und Metaphern bei dem Betrachter indivi­du­elle Erinnerungen hervor­zu­ru­fen und gleich­zei­tig diese Rezeption wieder in Frage zu stellen.